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VersQuelle eats Pollesch
Die Personen in den Stücken des Autors und Theaterregisseurs René Pollesch spiegeln gegenwärtige, medial geprägte Lebenserfahrungen wider. Irgendwo zwischen Fernsehen, Radio und Internet turborotierend, scheinen sie oft nicht Herr ihrer eigenen Stimmen zu sein, sondern vielmehr einem fremdem Diskurs wie automatische Sprechmaschinen ausgeliefert, der sich über Spielzeit zu Spielzeit gleich einem Automatismus fortschreibt. Gleich einer Endlosgeschichte tauchen Motive aus vorangegangen Stücken wieder auf und werden in abgewandelter Form wiederholt.
Das dafür eingesetzte Stilmittel der Fortführung bestimmter Motive ist in dem Projekt VersQuelle eats Pollesch unter computertechnischen Bedingungen weiter verfolgt und radikalisiert. Dazu haben wir Polleschs Produktionen der Spielzeit 2002, "Sex", "Stadt als Beute" und "Insourcing des Zuhause. Menschen in Scheiss-Hotels" von unserem Textgenerator analysieren lassen und z.B. die Wahrscheinlichkeit von Wortübergängen und bestimmte syntaktische Parameter in eine Datenbank eingetragen. Aus diesem Datenmaterial heraus schreibt im Ergebnis die Maschine die Dialoge von Polleschs Theatertext selbstständig weiter. Zudem vermag sie die in real-time generierten Texte durch so genannte text-to-speech Generatoren automatisch zu Gehör zu bringen - unvorhersehbare Berechnung und Vortrag fallen in einem Moment zusammen. Derart entsteht ein vollständig vom Computer beherrschtes Theater, in dem die menschlichen Subjekte nur noch Stimmen einer endlosen maschinellen Texterzeugung sind.
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